Frankfurt / Wein

Neues aus Frankfurt/Wein.

Der Schwabe und der Eiswein


Wir befinden uns im Jahre 2020 und in den letzten Tagen machte in vielen Gazetten die Nachricht die Runde, dass 2019 der historische Jahrgang ist, in dem zum ersten Mal in Deutschland kein Eiswein produziert werden konnte. In ganz Deutschland? Nein, in einem kleinen schwäbischen Dorf hatte ein Winzer seine Weinberge und das Thermometer im Auge und nutzte die Gunst der Stunde, zum einzigen Winzer in Deutschland zu werden, der in diesem Jahrgang einen Eiswein produziert hat. ( Na, wer hat erkannt, woher die Idee zur Einleitung abgekupfert ist? :-) )

Der Winzer ist Jens Zimmerle, aus Korb im Remstal. Natürlich gehörte auch etwas Glück dazu. Die Parzelle in der die ausgewählten Riesling-Rebstöcke stehen, liegt am Fuß des Korber Kopf und läuft in einer Senke aus, die sich bei der notwendigen Witterung als sogenanntes „Kälteloch“ entpuppt, indem dieses Jahr die notwendigen minus sieben Grad erreicht wurden, während es wenige Meter weiter schon nicht mehr gereicht hat. Fluch und Segen solcher Kältelöcher liegen nah beieinander. Dem seltenen Segen wie in diesem Jahr, steht in den letzten Jahren sehr oft der Fluch entgegen. Durch den Klimawandel und die immer frühere Blüte der Rebstöcke erhöht sich die Gefahr, dass Frühjahrsfröste mit der Traubenblüte einhergehen. Und wenn dieser Fall eintritt, ist das Letzte was ein Winzer braucht, ein Kälteloch. Wie schnell sind die Blüten erfroren und somit auch der Ertrag des Winzers massiv geschmälert, teilweise bis hin zum Totalverlust in diesen Parzellen.

Und wer jetzt bei uns den einzigen Eiswein Deutschlands in 2019 bestellen möchte, wird leider keinen bekommen. Die insgesamt 80 Liter sind wahrscheinlich schon komplett weg. Die Geschichte um den Eiswein ist eine nette Anekdote, die das Leben so schreibt. Der Grund, warum ich euch von Jens Zimmerle erzählen wollte ist, dass er auch bei seinen „normalen“ Weinen ein ganz feines Händchen beweist.

Wir arbeiten mit dem Weingut nun schon seit fünf Jahren zusammen und sind immer noch begeistert, viele unserer Kunden auch, vom Stil und der Qualität, die hier auf die Flasche gebracht werden. Die Weißweine sind allesamt sehr filigran herausgearbeitete. Nichts ist laut und vordergründig, um dann nach kurzem, überschwänglichem Auftritt rasant im Nirwana zu verschwinden. Die Weine leben von ihrer Präzision und Klarheit.

Zum Beispiel der Riesling, der mit feinnerviger Säure seine subtile aber präsente Frucht umgarnt. Der Viognier mit intensiven Aromen nach vollreifen gelben Früchten, deutlich, aber dennoch sehr schlank präsentiert, das feine Holz sehr dezent unterstützend. Oder die Chardonnay, ebenfalls eher mineralisch-schlank, als wuchtig-buttrig, mit kräftigerem Holz, dass sich aber ebenfalls immer dem Rest der Komposition unterordnet. Das Gleiche finden wir bei den Rotweinen. Niemals fett, keine Tanninmonster, feine, intensive, aber klare Frucht, immer begleitet von einem tollen Facettenreichtum, der die Weine lebendig macht. Und ab dem Mittelbau bis hin zur Spitze schwebt über allen Weinen ein Hauch von Eleganz, den man bei anderen in dieser Preisklasse selten findet.

Probiert es einfach mal aus. Auch auf den Karten für die Weindämmerung ist immer wieder mal ein Zimmerle mit drauf.

F/W 13.3.2020

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