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Jahrgangsbericht 2010 der Güter Kühling-Gillot & Battenfeld-Spanier


Heute bekamen wir den Jahrgangsbericht der Weingüter Kühling-Gillot & Battenfeld-Spanier aus Rheinhessen. Wer sich intensiv mit den Winzern und den jeweiligen Begebenheiten in Weinberg und Keller beschäftigt, hat schon lange erkannt, dass der Jahrgang 2010 mit Abstand nicht so schlecht ist, wie er von vielen geredet wurde, zumindest für den Verbraucher. Im Gegenteil, die aussergewöhnliche Konstellation des Verhältnisses zwischen Erntemostgewicht und Säure verspricht in diesem Jahr aussergewöhnliche und spannende Weine.

Hier der Originalbericht. Viel Spass beim lesen.

Es ist geschafft!

Am Mittwoch, dem 03. November 2010, beendeten wir unsere Lese in der von uns fast immer zuletzt geernteten Lage Nieder-Flörsheimer Frauenberg. Die Rieslingtrauben wiesen 97 Grad Oechsle mit 9,5 Promill Säure auf. Grundsätzlichanders sahen die Werte auch im einige Tage zuvor gelesenen Niersteiner Pettenthal, im Ölberg, im Nackenheimer Rothenberg (alles Roter Hang) und im Hohen-Sülzer Kirchenstück nicht aus. Die Qualität der Trauben war nach strenger Selektion, die nochmals zu einer Mengenabnahme führte, sehr gut. Wie allenthalben berichtet, ist der Jahrgang 2010 der Jahrgang mit den niedrigsten Erträgen seit 25 Jahren.

Jahrgangsverlauf:

Der lange kalte Winter, der mit Bodenfrost bis in die Osterzeit andauerte, verzögerte den Vegetationsverlauf von Beginn an. Bis Ende Mai unterschritten die Durchschnittstemperaturen den statistischen Mittelwert um ca. 2 Grad Celsius. Auch zum Beginn der Blüte im Juni war es ungewöhnlich kühl und schwere Gewitter mit Hagel am 10. und 11. Juni verstärkten den Verrieselungsdruck bei den Rebstöcken. So entstanden zwar sehr schöne und lockerbeerige Trauben, aber es wurde früh deutlich, dass 2010 kein Mengenjahrgang werden würde.

Die große Wärme, die dann Ende Juni einsetzte und die uns die gesamte Fussball WM über begleitete, kam für einen harmonischen Wachstumsverlauf der Trauben einige Wochen zu früh. Das Ende der Wärmeperiode setzte bereits am 22. Juli ein und führte zu einer deutlichen Abkühlung, so dass die wärmste Zeit des Jahres zwischen dem 24. Juni und 22. Juli für das Rebwachstum zu wenig prägend war.

Mit den Monaten August und September folgten wiederum Monate, die das durchschnittliche Temperaturmittel deutlich unterschritten. Was zu den niedrigen Tages und Nachtwerten noch erschwerend hinzukam, war der hohe Feuchtigkeitsdruck, dem die Trauben ausgesetzt waren. Kurzum: es war zu kalt und nass. Während wir im Jahrgang 2009 unsere ersten Pinot-Trauben bereits am 26. September einholen konnten, so wiesen 2010 die gleichen Trauben zu diesem Zeitpunkt erst 84 Grad Oechsle mit 15 Promill Säure auf. An den Beginn der Lese war noch gar nicht zu denken.

Das größte Glück für den Weinjahrgang 2010 waren die ersten 20 Tage des Monats Oktober, in denen so etwas wie ein „indian summer“ herrschte. Blauer Himmel, viel Sonne, mit zwar kühlen Nächten, aber hohen Tageswerten. Die Reife der Trauben normalisierte sich und am 11. Oktober begannen wir mit der Lese unserer Pinot-Trauben, während die Rieslinge bis zum 22. Oktober warten mussten. 

Zusammenfassend kann man sagen, dass wir mit der Qualität der Trauben sehr zufrieden sind, uns aber die Menge erheblichen wirtschaftlichen Druck auferlegt. Die Menge an Basisweinen aus dem Jahrgang 2010 wird deutlich geringer ausfallen, als in anderen Jahrgängen. Noch ist es zu früh, eine Prognose über die Qualität der Spitzenweine abzugeben. Was aber sicher ist: die Rieslinge und Spätburgunder werden in ihrer Struktur den Weinen aus dem Jahrgang 2002 – also mit vollem Körper und höherer Säure – ähnlicher sein als denen aus 2009. Man kann es klassisch nennen oder fokussiert oder prägnant. Üppig oder barock werden die 2010er nicht sein.

19.11.2010

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