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Neues aus Frankfurt/Wein.

Rhonetrip Sommer 2011 - Château La Nerthe


„Chateauneuf-du-Pape, was für ein bedeutender Name in der Weinwelt – was für ein unscheinbares, in Teilen fast schön hässliches, kleines Kaff. Wären da nicht einige der bekanntesten und besten französischen Weingüter beheimatet, keiner würde, trotz dem geschichtlichen Hintergrund, Notiz davon nehmen.“ Das war mein erster Eindruck, als ich am dritten Tag der Rhonetour im berühmtesten Weinort der südlichen Rhone eintraf. Nach Chateauneuf-du-Pape führte mich eine Verabredung mit Mons. Bristiel, dem Exportmanger von Château la Nerthe. Die Einladung die wir im Frühjahr auf der Prowein erhielten nahm ich gerne an, um mir vor Ort noch weitere Informationen und Eindrücke zu holen.

Und hier findet man dann auch wirklich nicht nur im Namen ein Schloss. So muss es im Tagtraum eines Weinliebhabers aussehen, der sich gerne den Ausstieg aus dem Alltagsleben auf hohem Niveau vorstellt. Nachdem man, von Orange kommend den Ort durchquert hat, taucht nach ca. 2 km entlang der Landstrasse nach Sorgues, linker Hand ein Torbogen auf – die Einfahrt zum Château. Durch das Tor hindurch führt ein malerischer Weg viele hundert Meter durch die Weinberge, um dann zum eigentlichen Schloss zu gelangen. Château la Nerthe besteht in der heutigen Form seit Anfang des 18. Jahrhunderts. Der Grundstein für das Weingut wurde aber wesentlich früher gelegt. Schätzungen gehen zurück bis ins 12. Jahrhundert, aber keiner weiss es genau. Sicher ist jedoch, dass der älteste, heute noch aktive Teil des Fasskellers, schon vor 1540 erbaut wurde. Ein sehr schönes, großzügig angelegtes Anwesen. Das dachte wohl auch die deutsche Wehrmacht, als sie während der Besatzung im zweiten Weltkrieg la Nerthe als Hauptquartier der Luftwaffe für Südfrankreich beschlagnahmte. Einer der traurigen Abschnitte in der langen Geschichte des Château. Seit 1985 ist Château la Nerthe im Besitz der Familie Richard, und somit eines von neun eigenständig arbeitenden Weingüter in den Bereichen Bordeaux, Beaujolais und südliche Rhone, die unter Domaines Richard zusammengefasst sind. Bekannt ist die Familie Richard jedoch in erster Linie als führender Kaffeeröster Frankreichs.

Durch die lange Historie von Château la Nerthe, kann man auf einen sehr seltenen Vorteil zurückgreifen. Die rund 90 ha Weinberge liegen im geschlossenen Verbund, direkt um das Château herum. Die Böden sind von der in Sichtweite vorbeifliesenden Rhone geprägt. Tiefe Lehmschichten, übersäht und durchsetzt von den grossen Kieselsteinen, die Gallets, die vor Jahrmillionen, als die Rhone hier eher ein grosser See war, aus den Bergen hier her getragen wurden. Traditionell werden auf la Nerthe alle 13 zugelassenen Rebsorten angebaut, welche aber nur in der Spitzencuvée „de Cadettes“ auch alle verarbeitet werden. Die “Cuvée de Cadettes“ kommt hauptsächlich aus der sehr alten Einzellage „Les Cadettes“. Die Rebstöcke für den Syrah wurden 1893, die für den Grenache 1907 angebaut. Aber auch die anderen Rebsorten der Cuvée sind allesamt schon mehr als 60 Jahre alt. Der Cadettes wird nach 18 Tagen Mazeration und Pigeage in Felsentanks, komplett im Barrique ausgebaut. Ja sie haben richtig gelesen – Felsentanks. Auf la Nerthe werden die Jahrhunderte alten, in den Fels gehauenen Tanks, wenn inzwischen auch mit Epoxid ausgekleidet, immer noch verwendet. Dass Fassungsvermögen dieser Tanks beträgt je ca. 190 bis 195 hl. Beim „einfachen“ Châteuneuf rouge kommen hauptsächlich Grenache, Syrah, Mourvedre und etwas Cinsault zum Einsatz, die Rebstöcke haben ein durchschnittliches Alter von 40 Jahren. Nach der Mazeration im Tank gehen der Syrah und der Mourvedre ins Barrique, während Grenache und Cinsault im Fuder gereift werden.

Als Dritten im Bund gibt es auf la Nerthe auch einen Châteauneuf blanc. Hierfür werden Roussane, Grenache, Clairette und Bourboulenc angebaut, die Rebstöcke ebenfalls um die 40 Jahre alt. Die Mazeration erfolgt auch hier im Felsentank, um den Wein dann für den weiteren Ausbau in den Stahltank (ca. 60%) und ins Barrique (ca. 40%)  zu legen. Insgesamt werden von den drei Weinen ca. 140.000 Fl. im Jahr produziert.

Der Besuch auf la Nerthe war sehr eindrucksvoll, die Weine haben uns schon im Vorfeld sehr gut gefallen. Wir werden diese Chateauneuf´s bald mit in unser Sortiment aufnehmen.

30.09.2011 Frankfurt / Wein

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