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Neues aus Frankfurt/Wein.

Jahrgangsbericht 2011 der Güter Kühling-Gillot & Battenfeld-Spanier


Das Weinjahr 2011
Was vom Superjahrgang übrigbleibt

Die Presse hat sich schon festgelegt: der Jahrgang 2011 ist in eine Reihe zu stellen mit den Jahrhundertjahrgängen 1811 und 1911. Das klingt einfach zu schön, um wahr zu sein. Und eine tolle Geschichte ist es auch. Bevor jedoch auch nur ein Wein auf der Flasche ist, halten wir uns mit derartigen Superlativen etwas zurück.

Was dagegen wahr ist: selten noch war der Austrieb und die Rebblüte so früh wie in 2011. Bereits Anfang April setzte der Austrieb ein und die Reben entwickelten sich zur Blüte hin, als in der ersten Maiwoche der verheerende Nachtfrost einsetzte. Fast alle deutschen Weinanbaugebiete waren davon betroffen und besonders schwer erwischte es Franken und die Mosel. Trotz der kalten Nächte zeigten sich der Mai und der Juni von ihrer besten Seite: fast sommerliche Temperaturen und eine damit verbundene frühe Blüte Ende Mai sorgten für perfekte Bedingungen. Und auch als der Juli und der August erheblich kühler als das Jahresmittel wurden, gab es keinen Anlass zur Sorge, denn das weit fortgeschrittene Rebwachstum wurde dadurch etwas abgebremst und hatte sich Ende August weitgehend normalisiert. In der letzten Augustwoche setzten dann die Gewitter ein. Aber es war nicht der Regen, der vielerorts den Reben zusetzte, sondern der Hagel, der in manchen Regionen ganze Rebhänge betraf. Vor allem im September gab es zwei heftige Hagelschauer, die über Rheinhessen niedergingen. Glücklicherweise waren die Anlagen von BattenfeldSpanier und Kühling-Gillot nur am Rande betroffen.

Durch die frühe Blüte hatten die Trauben genug Zeit, am Stock zu reifen, und so begannen wir mit der Lese der ersten Burgundertrauben bereits am 19. September, was früher als üblich ist. Was da auf die Kelter kam, war wunderbar reif und aromatisch. Würde das auch für den grundsätzlich später gelesenen Riesling gelten? In der letzten Septemberwoche setzte dann eine Sonnen- und Trockenperiode ein, die perfekte Lesebedingungen schuf. Bis zum Ende der Lese am 27. Oktober blieb es weitgehend stabil und auch der Riesling zeigte sich von seiner besten Seite: feste Schalen, kleine Beeren und eine extrem stabile Säure. Wieder einmal hatte sich das Herauszögern der Lese gelohnt. Am Roten Hang wurden wir zudem mit herrlichen Trockenbeerenauslesen verwöhnt. Im Ganzen ist der Jahrgang 2011 einer der harmonischsten Jahrgänge, die wir erinnern können. Auch wenn die  Lesebedingungen etwas schwieriger waren als 2009, so werden die Weine niedriger im Alkohol ausfallen, während die Aromatik ähnlich ausgeprägt, vielleicht sogar durch die leicht höhere Säure einen Tick fokussierter sein wird.

Das besondere an 2011 ist bereits jetzt schon, dass von den trockenen Gutsweinen über die Grossen Gewächse bis zu den Trockenbeerenauslesen die gesamte Bandbreite an Weinen gelesen werden konnte und das mit einer fulminanten Qualität und einem immensen Aromenreichtum, der unserer Meinung nach die vorangegangenen Jahrgänge übertreffen dürfte. Und ja: nach dem knappen Jahrgang 2010 sind wir mit der Menge in 2011 ebenfalls zufrieden. Unser Fazit: der Jahrgang hatte Widrigkeiten und einige Überraschungen, wird uns aber mit einem Füllhorn an Genuss belohnen.

03.12.2011 (Quelle: Battenfeld-Spanier, Kühling-Gillot) 

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