Frankfurt / Wein

Neues aus Frankfurt/Wein.

VDP einigt sich auf neues Klassifizierungssystem


Nach langem ringen konnte sich der VDP-Mitglieder inzwischen einstimmig auf eine neue Klassifizierungspyramide einigen. Der Preis für die Einstimmigkeit war jedoch eine Strauß von Ausnahmeregelungen, die die Winzer beantragen können. Ob sich auf Grund dieser Ausnahmemöglichkeiten wirklich in absehbarer Zeit ein einfacheres und für Sie als Kunden besser verständliches Klassifizierungssystem entwickelt, muss sich erst noch zeigen. Aber immerhin war es ein erster Schritt in die richtige Richtung.

Lesen Sie hier die Infos des VDP zu dem Thema:

AUSSERORDENTLICHE VDP-MITGLIEDERVERSAMMLUNG

Einstimmiges Votum für die Fortentwicklung der VDP-Klassifikation
Die Herkunftspyramide des VDP steht


Am 25. Januar 2012 fand eine außerordentliche Mitgliederversammlung der VDP Prädikatsweingüter im DLR Rheinpfalz in Neustadt an der Weinstraße statt. Zentrales Thema war die seit mehreren Monaten intensiv diskutierten Überlegungen zur Weiterentwicklung der VDP-Klassifikation.

Mit dem 2002 eingeschlagenen Weg der Klassifikation hatte der VDP einen großen Schritt zur weltweiten Renaissance des deutschen Weines eingeleitet. Im ersten Schritt wurde innerhalb der Herkunftspyramide die Spitze mit den Ersten Lagen und den Grossen Gewächsen etabliert. Die Ausgestaltung der Mittelstufe wurde zunächst zurückgestellt, um weitere Erfahrungen im Austausch mit dem Markt zu sammeln. Hier wurden bis dato alle gesetzlich möglichen sowie eigenbetrieblichen Bezeichnungsvarianten verwendet. Die nun vorliegenden Beschlüsse zur Fortentwicklung der VDP-Klassifikation haben das Ziel, das Werteversprechen der Klassifikation einzulösen, zu mehr Übersichtlichkeit beizutragen und dem Konsumenten eine klare Orientierung zu geben.

Nach engagierten und fairen Diskussionen votierten die Delegierten einstimmig für die Beschlussvorlage zur VDP-Klassifikation. Durch den Beschluss wird im Wesentlichen die Nomenklatur der VDP-Klassifikation logischer aufgebaut, die Bedeutung der Lagen als Herkunft der besten Weine gestärkt und das Mittelsegment klarer strukturiert. Die Beschlüsse treten mit dem Jahrgang 2012 in Kraft.

Die Beschlusslage der VDP-Klassifikation stellt sich zusammengefasst wie folgt dar:

1) Einteilung der Herkünfte im VDP in vier Stufen
•    VDP Grosse Lage
•    VDP Erste Lage
•    VDP Ortswein
•    VDP Gutswein

2) Umbenennung der bisherigen VDP Ersten Lagen in VDP Grosse Lagen
Durch die Umbenennung der bisherigen VDP Ersten Lagen in VDP Grosse Lagen wird der Widerspruch von Ersten Lagen und Grossen Gewächsen aufgehoben und auch die Gleichrangigkeit der fruchtsüßen Weine aus den Spitzenlagen unterstrichen. Mit der Umbenennung der Kategorie soll ausdrücklich nur der Widerspruch in der Nomenklatur gelöst und nicht eine neue höherwertige Kategorie geschaffen werden.

3) Überprüfung der bisherigen Stufe der Klassifizierten Lage
Alle VDP-Regionen und Güter erhalten den Arbeitsauftrag, ihre Stufe der Klassifizierten Lagen kritisch zu überprüfen. Ziel ist es, nur sehr gute Lagen weiterhin auf dem Etikett auszuloben. Damit wird künftig eine Lage auf dem Etikett zum eindeutigen Qualitätsmerkmal und alle im Hinblick auf „Terroir“ nicht aussagekräftigen Lagen fallen weg. Dadurch wird die Lagenverwendung im VDP insgesamt stark reduziert und bleibt Weinen mit Lagencharakter vorbehalten.

4) Einführung einer zweiten Lagenstufe „VDP Erste Lage“
Die Regionen erhalten die Option, eine Hierarchie in ihrer Lagenverwendung einzuführen. Betriebsübergreifend werden die besten der besten Lagen einer Region in die Kategorie VDP Grosse Lage und die sehr guten Lagen in die Stufe VDP Erste Lage eingefügt. Die Option kann von den Regionen zu einem selbst gewählten Zeitpunkt realisiert werden.

5) Die Regionen erhalten Ausgestaltungsspielräume
Die Regionen erhalten eine weitreichende Ausgestaltungsmöglichkeit, um den jeweiligen regionalen Besonderheiten Rechnung zu tragen, unter Einhaltung des bundeseinheitlichen Rahmens.

6) Klares Votum für „Grosses Gewächs“
Neben der Klarheit in der Kommunikation, dass zukünftig Grosse Gewächse aus Grossen Lagen entstammen, wurde auch einstimmig für die Beibehaltung dieses Begriffes, der mittlerweile international für die besten trockenen Weine aus den besten Lagen Deutschlands steht, votiert.

7) Festlegung der Prädikate auf fruchtsüße Weine
In allen Stufen mit Ausnahme der Kategorie VDP Gutswein ist die Verwendung von Prädikaten nach Festlegung regional fixierter Geschmackskorridore grundsätzlich den restsüßen Weinen vorbehalten. Mit diesem weitgehenden Verzicht auf trockene und halbtrockene Prädikate im Spitzenweinbereich wird den Prädikaten ihre klassische Bedeutung zurückgegeben.

Fazit: Der große Fortschritt dieser 4-Stufigkeit und Lagenrestriktion ist die zukünftig vereinfachte Einteilung und Kommunikation der Herkünfte in 1. Guts-; 2. Orts- und 3. Lagenweine (Grosse und Erste Lagen analog des burgundischen Crus Systems). Auch die sprachliche Logik von Grossen Gewächsen aus Grossen Lagen wird für alle Marktteilnehmer eine Vereinfachung sein. Außerdem wird den Grossen Gewächsen als international anerkannten trockenen Spitzenweinen Deutschlands Tribut gezollt.
Der Bundesvorstand wurde von den Delegierten beauftragt, bis zur Sommer-Mitgliederversammlung 2012 ein klar strukturiertes, einheitliches und kundenorientiertes Kommunikationskonzept zur Darstellung der Beschlussfassung auszuarbeiten und vorzulegen.

„Mit diesem Schritt positionieren die Prädikatsweingüter  die Lagen endgültig als die absolute Spitze des deutschen Weines. Der leicht verständliche, internationale Grundsatz je enger die Herkunft, umso höher die Qualität wird durchgängig eingeführt, wie es zu den Glanzzeiten deutscher Weine Anfang des 20. Jahrhunderts Usus war. Gleichzeitig erhalten die Regionen die Möglichkeit auch den Unterschieden, die zwischen „Bodensee und Ahr“ herrschen, Rechnung zu tragen und sich selbst noch stärker zu beschränken. Ich prognostiziere, dass je schärfer eine Region oder ein Weingut sich einschränkt und profiliert, desto erfolgreicher wird es am Markt sein“, konstatiert Steffen Christmann, Präsident der VDP-Prädikatsweingüter.

28.01.2012 (Quelle: VDP)

Beschluss der VDP Mitgliederversammlung zur Weiterführung der VDP-Klassifikation vom 25. Januar 2012 in Neustadt an der Weinstraße

1. Die Herkünfte sind im VDP zukünftig definiert als
VDP Grosse Lage
VDP Erste Lage
VDP Ortswein
VDP Gutswein

2. Die Regionen legen im ersten Schritt ihre VDP Grossen Lagen fest, um dann bei überbetrieblicher Einigung auch optional VDP Erste Lagen auszuweisen. Somit entscheidet jede Region über die Drei- oder Vierstufigkeit ihrer Herkünfte. Einfachere und mittlere Lagen gehen auf Regionenbeschluss in den VDP Gutsweinen und VDP Ortsweinen auf.

3. Ziel ist es, das Einweinprinzip bei trockenen Lagenweinen umzusetzen. Die Prädikate sind den rest- und edelsüßen Lagenweinen vorbehalten, für die jede Region Geschmackskorridore festlegt.

4. Der trockene Wein aus VDP Grosser Lage ist das Grosse Gewächs.

5. Die Geschmacksangabe „trocken“ ist obligatorisch, die Geschmacksangabe „halbtrocken“ fakultativ.

6. Für die VDP Ortsweine gelten die gleichen Bezeichnungsmöglichkeiten wie für die VDP Lagenweine. VDP Gutsweine können als Qualitätsweine und Prädikatsweine in allen Geschmacksrichtungen bezeichnet werden.

7. Zur Vermeidung unbilliger Härten können sich Mitglieder auf Anzeige von obigen Regelungen der VDP Klassifikation unter Nennung der notwendigen Ausnahme befreien lassen.

8. Die Regionen erarbeiten zeitnah regionale Konzepte unter Einhaltung obiger Punkte mit weitergehenden Detailregelungen.

9. Die einzelbetrieblichen Ausnahmeregelungen (Pkt. 7) bedürfen der Zustimmung des Regionalvereins. Diese und die regionalen Ausführungsbestimmungen (Pkt. 8) sind durch den Bundesverband zu bestätigen.

10. Der Marktauftritt unter Maßgabe dieses Beschlusses startet mit dem Jahrgang 2012.

Neustadt an der Weinstraße, 25. Januar 2012

Empfohlen durch



Fachhandelspreis des deutschen Weininstituts 2014

Frankfurt / Wein

Wittelsbacherallee 153,
60385 Frankfurt am Main,
Öffnungszeiten:
Dienstag bis Freitag
13:00 - 19:00 Uhr
Samstag 10:00 - 18:00 Uhr
Montag geschlossen
Telefon: 069 40 35 30 86

Frankfurt / Wein Parkplatzmöglichkeit Einfahrt Saalburgallee 18
Parkplatz Nr. 7
Rückseite des Weinladens.