Frankfurt / Wein

Neues aus Frankfurt/Wein.

Das Weingut Simone Adams aus Ingelheim


Hier beschreibt Ihnen Simone Adams mit Ihren eigenen Worten ihre Vorstellung von Wein aus Ingelheim und dem Weingut Simone Adams.

Der fantastische Muschelkalk rund um Ingelheim ist für mich so etwas wie ein roter Teppich. In diesem wunderbaren Substrat rekeln sich die Reben vor Wonne. Es ist die Lieblingsnahrung von Burgunder & Co. Bei der Produktion meiner Weine sind auch die kleinsten Details von Bedeutung. Aus der Summe ergibt sich das Ganze. Vollkommen ausgereifte Traubenkerne zum Beispiel, liefern während des tagelangen Maischekontakts feinstes, integrales Tannin für meinen Spätburgunder. Je mehr geschmacklich wahrnehmbare Informationen diese faszinierenden Früchte in der Vegetationsperiode gespeichert haben, desto packender ist die Begegnung mit den Weinen. Jeder Jahrgang ist eine Lebensschule. Als Winzerin will ich Volltreffer erzielen. Im Zentrum meiner Überlegungen steht immer die Eleganz, das Pure, die Finesse. Ich glaube nicht, dass es klug ist, die Subtilität unseres Klimas am 50. Breitengrad in Überreife, maximaler Extraktion und einer möglichst hohen Alkoholausbeute münden zu lassen. Ich möchte den Esprit des Ingelheimer Terroirs so authentisch wie möglich auf meine Weine übertragen.

Bei der Verschmelzung der Charakterzüge meiner weißen Lieblinge verlasse ich mich auf meine subjektive Intuition. In White Wedding 2011 dominiert der Weißburgunder, in 2012 wird es vielleicht der Chardonnay sein. So bleibt es abwechslungsreich und spannend.

Kaliber 36, ein Spätburgunder, bei dem ich alles auf die Spitze treibe, was mich an dieser Rebsorte fasziniert. Seine Transparenz im Look, sein unschuldiges, seidiges Tannin und dann dieses tiefgründige Parfüm, eine unbeschreibliche Mischung aus Sanftmut und Feuer.

Kaliber 19, ein Grauburgunder. Erst beim zweiten Anlauf durfte dieser Wein an den Testern von der Qualitätsweinprüfung vorbei, weil ihnen die Farbe nicht gefallen hat. Sie passte wohl nicht in ihr Weltbild. Dabei ist es gerade die Farbe, dieses verwunschene Changieren, das meinen Grauburgunder so attraktiv macht. Der Transfer der rosa-metallic schimmernden
Pigmente aus den Beerenschalen in den Wein eröffnet auch geschmacklich eine neue Dimension.

Ich trinke mit den Augen. Die Farbe ist das Herz dieses Weines. Der Rest ist dynamisch, durchtrainiert, schlank, rasant. Jeder Wein ist am Anfang nur eine Idee. Meine Weine entstehen in einer schöpferischen Auseinandersetzung mit der Natur. Für mein Leben gern experimentiere ich und führe für die Differenzierung der Weinbergsarbeit neue Erkenntnisse und Techniken zusammen. In einigen Parzellen, die mir besonders ans Herz gewachsen sind, flechte ich die Triebspitzen ein, um das Wachstum der unablässig zum Licht strebenden Reben auf verletzungsund schockfreie Weise zu begrenzen. Das tut ihnen gut. Und was gut für sie ist, ist auch gut für meinen Wein.

Bei einigen Rotweinen vergäre ich Rappen und Rebholz mit, um die Feinheit besonders wertvoller Rotweine positiv und aus eigener Kraft zu unterstützen. Ein Solo ist gut. Der Mehrklang aber auch. Bei Adams-Wein gibt es selbstverständlich auch eine rote Cuvée. Sie
besteht aus Spätburgunder und noch ein paar anderen Gimmicks. Mehr wird nicht verraten. Ich möchte, dass Sie Spaß mit Browning Baby haben. Es sind die Burgundersorten, die es mir angetan haben. Und der Chardonnay. Natürlich pflege ich auch zum Riesling eine innige Beziehung. Mit ihm zeige ich, dass er in der Rotweinmetropole Ingelheim viel mehr als nur ein Zaungast ist. 

Der Wein fasziniert mich. Er ist meine Leidenschaft, mein Beruf. Für mich bedeutet er die Interpretation einer idealen Konstellation: Das Rheintal, der Muschelkalk und die Kalkflugsande rund um Ingelheim, die die komplexen geologischen Strukturen der Landschaft prägen. Das milde Klima, die ideal exponierten Weinberge und natürlich meine Lieblingsreben – all diese Variablen führe ich durch mein Denken und Handeln im Wein zusammen. Zu den Weinen

1.10.2013 Frankfurt/Wein (Quelle: Simone Adams)

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