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Neues aus Frankfurt/Wein.

KEF


Die Winzer kommen nicht zur Ruhe. Erst wenige Wochen ist es her, dass der falsche Mehltau (Pernespora) in allen Anbaugebieten für helle Aufregung gesorgt hat. Eine klimatische Ausnahmesituation, wie sie (bisher) nur alle 20 Jahre mal vorkommt, extrem viel Niederschlag bei hohen Temperaturen, gaben dieser Pilzkrankheit beste Voraussetzungen. Explosionsartig verbreitete sie sich in den Weinbergen, so dass die Winzer kaum mit den Gegenmaßnahmen hinterher kamen. Im Besonderen waren die ökologisch arbeitenden Betriebe betroffen, denn für sie gab es keine eloquenten, zugelassenen Pflanzenschutzmittel, mit denen sie das Ausmaß der Schäden hätten einschränken können, ohne ihre Zulassung zu gefährden. Die Folge daraus: massive Ertragsverluste bis hin zu totalen Ernteausfällen.

Und jetzt, während des Farbumschlags der Trauben, steht die nächste Gefahr vor der Tür. KEF ist die Kurzbezeichnung, Drosophila suzukii der wissenschaftliche Name, allgemein bekannt ist der Schädling als Kirschessigfliege. KEF ist ein aus Asien eingeschlepptes Insekt, das vorwiegend in China, Japan, Korea und Thailand vorkommt. 2008 wurden in Spanien die ersten Populationen Europas entdeckt. Von da aus zog sie ihren Weg durch die Länder. 2011 dann der erste Befall in Baden-Württemberg, inzwischen kämpfen die Obst- und Weinbauern in ganz Deutschland dagegen an.

Was macht KEF so gefährlich? Im Gegensatz zu den einheimischen Essigfliegen kann KEF auch gesunde Trauben angreifen. Sie bohrt Löcher in Haut und Fruchtfleisch, sättigt sich und legt Ihre Eier ab. Die so befallene Frucht fault innerhalb zwei bis drei Tagen und ist vernichtet. Dann ihre rasante Vermehrung. Nach nur 10 – 14 Tagen steht die nächste Generation parat. Das wiederholt sich bis zu 13 mal im Jahr und jede Fliege legt dabei bis zu 600 Eier ab. Eine gewaltige Menge! Und bis heute hat man noch kein vernünftiges Mittel dagegen gefunden. Zwar sind seit Kurzem drei Präparate zugelassen, allerdings ist deren Wirksamkeit umstritten, zumal sie auch nicht überall und zu jederzeit angewendet werden können, wegen ihrer Gefährlichkeit für die nützlichen Bienen bzw. Raubmilben. Einzig Foliennetze mit Maschengrößen unter 0,8 Millimeter zeigen effektive Wirkung. Aber bei zehntausenden Quadratmetern Rebfläche die ein Winzer bewirtschaftet – logistisch und finanziell unmöglich. Bleibt also nur intensive Handarbeit in den Reben und die Hoffnung auf einen trockenen, warmen Herbst. KEF mag es warm, feucht und schattig. Die Winzer kommen also nicht drum herum die Rebstöcke zu entlauben, keine zu dichten Behänge am Stock zu halten, beschädigtes Traubenmaterial zu entfernen und am besten gleich aus dem Weinberg zu tragen, um die Fliege möglichst erst gar nicht anzulocken.

Relativ entspannt können es diejenigen Betriebe angehen, die sich auf Weißwein spezialisiert haben. Zwar werden vereinzelt auch die hierfür verwendeten Rebsorten geschädigt, vorwiegend leicht gefärbte Trauben wie z.B. Grauburgunder und Gewürztraminer, aber hauptsächlich betrifft es die Rebstöcke für den Rotwein. Und auch da gibt es Unterschiede. Während der Spätburgunder bisher weitgehend verschont blieb, trifft es vor Allem die frühreifenden Sorten wie beispielsweise Trollinger, Portugieser, Regent oder Dornfelder.

Jetzt hängt es also vom Fleiß der Winzer und auch vom Glück ab, in welcher Form sich dieses äußerst schwierige Weinjahr 2016 zu Ende neigt. Uns bleibt nicht mehr übrig, als einen tollen Altweibersommer zu wünschen, damit alle, nach einem erneut aufregenden Jahresverlauf, wenigsten eine entspannte Erntezeit haben.

Und da ich gerade kurz beim Dornfelder war. Ja, ich weiß, wer braucht schon Dornfelder. Stopp, an dieser Stelle bitte mal die Scheuklappen runter. Zwar ist es richtig, dass der Dornfelder auf Grund seiner robusten und damit wenig pflegeintensiven Art seit den 1970ern in großen Mengen zur Produktion von oft beliebigen Massenweinen herangezogen wird, denen er auch seinen schlechten Ruf verdankt. Aber am Ende kommt es, wie bei fast allen Dingen, darauf an, wer was daraus macht. Und wenn Sie offen für eine neue Erfahrung sind, dann sollten Sie unbedingt den 40XL von Stefan Steinmetz probieren. Ein 40 Monate im kleinen Holz gereifter, hochkonzentrierter Rotwein, gewachsen auf einem Boden mit hohem Kieselanteil in der Mülheimer Sonnenlay.  Muskatnuss, schwarzer Pfeffer, gegerbtes Leder, hochreife schwarze Kirschfrucht, animalische Aromen, feine rauchige Tabaknoten, Zedernholz, feine schwarze Schokolade. Nach diesem Wein werden Sie anders über Dornfelder denken. Wir haben von Stefan die letzten Flaschen des Jahrgangs 2010 bekommen und nur noch wenige auf Lager. Der nächste XL ist aus dem Jahrgang 2014 und wird frühestens Ende 2017 auf den Markt kommen.

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31.08.2016 F/W





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