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Neues aus Frankfurt/Wein.

Große Gewächse


Am 1. September war es wieder soweit. Die Winzer des VDP (Verband Deutscher Prädikatsweingüter) brachten ihre ersten Großen Gewächse aus dem aktuellen Jahrgang 2015 auf den Markt. „Was ist denn ein Großes Gewächs?“ Das ist die Frage, die wir aus diesem Anlass gerade wieder sehr oft gestellt bekommen. Ein komplexes Thema, weil sich die Entwicklung zur verbandsinternen Klassifikation Großes Gewächs schon über Jahrzehnte hinwegzieht und sich die Anforderungen entsprechend immer wieder verändert haben. Am Anfang stand das Weingesetz von 1971. Unzählige individuelle Einzellagen wurden zu namhaften, jetzt jedoch leider anonymen, Großlagen zusammengelegt, da auch viele Weinberge mit geringerer Güte eingebunden wurden. Die Qualitätsbezeichnungen wurden aufgeweicht, weil sich die Prädikate fast nur noch über den Zuckergehalt im Most definierten. Neue technische Möglichkeiten durften verwendet werden, mit denen man unbefriedigendes Niveau aus dem Weinberg „verbessern“ konnte. Sicher können sich viele von Ihnen noch an die Massen von belanglosen und schlechten Weinen erinnern, die diese Fehlentwicklung hervorgebracht hat, dieses Weingesetzt war ohne Zweifel mitverantwortlich. Und der schlechte Ruf, den der Deutsche Wein in dieser Zeit abbekommen hat, hängt bestimmten Anbaugebieten teils heute noch nach.

Anfang der 1980ger begann die Gegenbewegung des VDP. Das Ziel ist, wiedererkennbare Weine zu keltern, die durch Herkunft, Rebsorte und Geschmacksbild ein eindeutiges, hochklassiges Profil haben. Die ersten Gehversuche, mit dem damals noch Ersten Gewächs, wurden durch Regionalverbände bereits 1998 unternommen. 2002 konnten sich dann endlich alle VDP-Weingüter auf einheitliche Erzeugerrichtlinien einigen – das VDP-Große Gewächs war geboren. Heute stellen diese Weine die Spitze der vierstufigen Qualitätspyramide dar. Gutswein, Ortswein, Erste Lage, Große Lage. Das Große Gewächs ist der trockene Wein aus der Großen Lage, welche die hochwertigsten deutschen Weinberge kennzeichnet. Sorgfältig ausgewählt und parzellengenau begrenzt, nur mit regionaltypischen und zum Terroir passenden Rebsorten bepflanzt. Die Erntemenge beträgt max. 50 hl/ha, es wird ausschließlich von Hand gelesen und das Erntemostgewicht hat mindesten Spätleseniveau. Die Großen Lagen werden mehrfach während der Vegetatationsphase und vor der Ernte geprüft, ebenso der fertige Wein. Sie sehen, ein enormer Aufwand zu Gunsten unserer Sinnesfreuden. Große Gewächse sind keine einfachen Weine. Frisch auf dem Markt zeigen sie sich verschlossen und oft Eindimensional. Das Potential erkennen meist nur geübte Degustatoren. Im Lauf der Flaschenreife verändert sich das. Die Weine werden komplexer, öffnen sich und geben Ihre ganze Pracht preis. Man sollte sich mindestens vier bis fünf Jahre gedulden können. Herausragende Weine, richtig gelagert, zeigen oft erst nach viel längerer Zeit, was eigentlich in ihnen steckt.

Aber Vorsicht, Verwechslungsgefahr! Der Begriff Großes Gewächs ist nicht geschützt. Daher kann jeder Winzer jeden Wein den er für groß hält so benennen. Die o g. Regeln gelten ausschließlich für VDP-Große Gewächse.

Natürlich haben auch wir wieder viele, verschiedene Großen Gewächse für Sie eingekauft. Einfach hier unseren Online-Shop www.deutsche-weine.com anklicken und Sie kommen direkt zu den Produkten.

12.10.2016  F/W

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